Normalerweise spielen alle am Tisch gegeneinander. Das sind kompetitive Brettspiele. Oder einfach Brettspiele, weil es die häufigste Form ist.
Und was sind kooperative Brettspiele?
Das Gegenteil: Bei kooperativen Brettspielen spielt ihr zusammen gegen das Spiel. Ihr erreicht gemeinsam ein Ziel oder erfüllt eine Aufgabe. Ihr löst zum Beispiel einen Fall, baut eine Landschaft oder gestaltet ein Dorf.
Aber wie spielt ein Spiel gegen euch? Meist über einen Kartenstapel oder feste Regeln. Nach jedem Zug passiert etwas: Die Zeit läuft ab, die Aufträge werden kniffliger, die Plättchen werden knapp. Je länger ihr spielt, desto kniffliger wird es.
Egal, was ansteht: Ihr handelt als Team.
Ihr entscheidet gemeinsam und kommt gemeinsam voran. Ihr plant zusammen: Welche Aktion ergibt als Nächstes Sinn? Wer bekommt welche Karte?
Da lohnt sich der Zusatz im Lebenslauf: „Ist ein guter Teamspieler.“
Joa, und gewinnen wäre cool.
Kooperativ heißt nicht einfach. Verlieren gehört dazu. Aber ihr verliert zusammen. Niemand sitzt am Ende allein als Verlierer da, und niemand macht dem anderen die Pläne kaputt.
Praktisch: Viele kooperative Spiele kannst du allein spielen. Du übernimmst dann eine oder mehrere Rollen und trittst solo gegen das Spiel an.
Welche kooperativen Spiele eignen sich für den Einstieg?
Drei gemütliche Spiele, mit denen ihr gut startet:
Dorfromantik – Das Brettspiel
Für Plättchenleger: In Dorfromantik legt ihr gemeinsam sechseckige Plättchen und baut so eine Landschaft aus Wäldern, Feldern, Flüssen und Dörfern. Aufträge verlangen zum Beispiel einen Wald aus genau sechs Feldern. Erfüllt ihr sie, gibt es Punkte. Nach jeder Partie tragt ihr euer Ergebnis ein und schaltet nach und nach neue Plättchen und Regeln frei.

👥 1–6 Personen · ⏳ 30–60 Min. · 🎂 ab 8 Jahren · 🌱 leicht
🏆 Spiel des Jahres 2023
Michael Palm und Lukas Zach · Illustration: Paul Riebe · Pegasus Spiele, 2022
Cozy Stickerville
Für Dorfgestalter: In Cozy Stickerville baut ihr gemeinsam ein Dorf, und zwar mit Aufklebern. In jedem Zug zieht ihr eine Ereigniskarte und entscheidet euch für eine der Möglichkeiten darauf. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Weil die Sticker bleiben, wächst euer Dorf von Partie zu Partie und sieht am Ende aus wie kein anderes.

👥 1–6 Personen · ⏳ 30–60 Min. · 🎂 ab 8 Jahren · 🌱 ganz leicht
🏆 Nominiert zum Spiel des Jahres 2026
Corey Konieczka · Illustration: Jonathan Aucomte, Olivier Fagnère, Damien Mammoliti, Tomasz Morano · Unexpected Games / Asmodee
MicroMacro: Crime City
Für Spürnasen: In MicroMacro: Crime City löst ihr gemeinsam Kriminalfälle. Auf dem Tisch liegt ein riesiger Stadtplan voller Wimmelbild-Details. Ihr sucht Hinweise, verfolgt Verdächtige durch die Straßen und findet heraus, was passiert ist. In der Schachtel stecken 16 Fälle, von leicht bis knifflig.

👥 1–4 Personen · ⏳ 15–45 Min. · 🎂 ab 12 Jahren · 🌱 ganz leicht
🏆 Spiel des Jahres 2021
Johannes Sich · Illustration: Johannes Sich, Daniel Goll, Tobias Jochinke · Edition Spielwiese, 2020
Für wen eignen sich kooperative Spiele?
Ich spiele gern kooperativ. Manchmal ist das genau das Richtige für den Familienfrieden.
Ich messe mich sehr gern mit anderen. Aber nach vielen harten Partien gegeneinander tut es mal gut, gemeinsam zu gewinnen (meistens).
Kooperative Spiele eignen sich gut, um neue Leute an Brettspiele heranzuführen, ohne sie zu überfordern. Und du stärkst damit den Teamgeist.
Schwierig wird es nur, wenn jemand gern für alle entscheidet oder nur an sich denkt. Dann helfen Spiele, in denen ihr nicht offen reden dürft, etwa Sky Team oder Hanabi. Da kann niemand für alle planen.
Ansonsten erwartet dich ein Abend, an dem ihr zusammen bangt und zusammen jubelt.
Und heißt es nicht: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude?
